Aufatmen - geplante Neuregelung bei der Sportschifffahrt abgesagt

Copyright © Bodensee-News - WERBUNG
PANTAENIUS CH

IBN Banner 01.10.2025

 

Aufatmen - geplante Neuregelung bei der Sportschifffahrt abgesagt

IBN Pruefungen
Titelfoto: Messe Düsseldorf / Tillmann

20.01.2026 - IBN - Das Wassersport Magazin für den Bodensee
Cindy Beisert, IBN-Team
IBN Cindy
Aufgewachsen am Bodensee, liebt Cindy Beisert Wasser, Wind und Menschen. Als neue IBN-Redakteurin bringt sie frischen Kurs, Tiefgang und Leidenschaft für Hafen, Sport und Storys mit.


Viel Wind gab es um die geplante Änderung der Sportschifffahrtsverordnung. Der Deutsche Segelverband (DSV) bezeichnet sie als rechtswidrig und unverhältnismäßig. Jetzt nimmt Staatssekretär Christian Hirte vom Bundesverkehrsministerium (BMV) bei der Eröffnung der boot in Düsseldorf der Debatte den Wind aus den Segeln.

Er gibt bekannt, dass die geplante Neuregelung der Sportschifffahrt nicht wie angedacht in Kraft treten wird. Für den Bodensee heißt das aktuell vor allem: Der Bodensee soll als Prüfungsort und Geltungsbereich in der nationalen Sportschifffahrt und für den Sportbootführerschein Binnen/See nicht abgewertet und benachteiligt werden.
Nachricht aus dem Bundestag

„Gute Nachricht für den Bodensee: Unsere Segelschulen und Segelvereine können auch künftig die Prüfungen [Anmerkung IBN: für den SBF] abnehmen. Die bewährten Strukturen am See werden erhalten, die drohende massive Verteuerung der Bootsausbildung ist verhindert. Unser Einsatz war erfolgreich, eine Abwertung des Bodensees ist abgewendet. Wir haben in Berlin klar gemacht: Als größtes deutsches Binnengewässer ist der Bodensee nicht irgendein Tümpel, sondern ein bedeutendes Wassersportrevier“, so die Abgeordneten des Wahlkreis Konstanz Volker May-Lay und Andreas Jung in einer Pressemitteilung.

IBN Pruefungen 2
Christian Hirte (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr – Der Bodensee bleibt Prüfungsort für den Sportbootführerschein See (SBF See). Foto: Messe Düsseldorf / Tillmann

Was bisher auf dem Bodensee gilt
Seit Januar 2018 gibt es den Sportbootführerschein (SBF) im Scheckkartenformat. Einheitlich, staatlich abgenommen und bisher: am Bodensee parallel zum Bodenseeschifferpatent (BSP) abgenommen. Wer das BSP hat, macht oftmals noch die zusätzliche theoretische Prüfung für den deutschen SBF See und hat dann insgesamt drei Fahrerlaubnisse auf deutscher Seite: das BSP, den SBF Binnen und den SBF See. Das sollte sich nach Plänen des BMV ändern, indem die der SBF abgeschafft und privatisiert werden sollte. Mit welchem Ziel und was sagen die stellvertretenden Stimmen dazu?

Was war die Idee hinter dem neuen Entwurf?
Seit Mitte Oktober war die Debatte um die Änderungen der bestehenden Regelungen aufgekommen. Mit dem Ziel, die Sportschifffahrtsverordnungen – die in einigen Fällen Einzeldetails regeln – zusammenzufassen und zu modernisieren, legt das BMV den Referententwurf für die plante Verordnung vor. Der Entwurf nennt sich Verordnung zur Neuregelung von Vorschriften in der Sportschifffahrt und zur Änderung von Vorschriften im Schifffahrtsrecht. Der Kerngedanke ist auch, aus den bestehenden sechs Verordnungen zur Sportschifffahrt eine einheitliche aufzustellen.

Sportschifffahrt & Sportbootführerschein – kurz erklärt

♦ Der Bodensee bleibt Prüfungsort für den Sportbootführerschein See (SBF See).
♦ Die geplante Pflicht, die praktische Prüfung nur noch auf Seeschifffahrtsstraßen (Nord-/Ostsee) abzulegen, kommt nicht.
♦ Der entsprechende Passus wurde nach Protesten von Verbänden und Regionen aus dem Verordnungsentwurf gestrichen.
♦ Niemand muss zur Küste fahren, um den SBF See zu machen.
♦ Eine Reform des Prüfungssystems ist weiterhin vorgesehen (z. B. Öffnung für weitere prüfungsberechtigte Verbände), Details sind jedoch noch offen.

Stand: Januar 2026

Die zentralen Punkte des Vorschlags für Wassersportler auf & am Bodensee
Was Staatsangelegenheit ist, sollte privatisiert werden – ein Hauptkritikpunkt der Verbände. Der amtliche Sportbootführerschein (SBF) sollte abgeschafften werden und damit nicht mehr staatlich beliehen werden, sondern zukünftig durch amtlich anerkannte „Verbandsscheine“ ersetzt werden. Das bedeutet die Prüfungsabnahme und die Preisgestaltung würden Teil des privaten Marktes und nicht mehr ausschließlich wie bisher Aufgabe des Deutschen Segler-Verbands (DSV) und des Deutschen Motoryachtverbands (DMYV).

Einordnung: Das würde auch bedeute, dass eine unabhängige, gutachterliche Prüfung und transparente Gebühren nicht mehr unbedingt Teil des Prüfungswesens wären, so der Segelverband Baden-Württemberg (SVBW). Es war zudem vorgesehen, dass die Anerkennung der Verbände zeitlich befristet wird. Auch bereits ausgestellte Scheine könnten so nachträglich ungültig werden, wenn Verbände ihre Selbstverpflichtung nicht einhielten (sh. Kritik des DSV).

Lesen Sie weiter auf IBN >

BN - 26.01.2026 - Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Klick ↓

zurück

Adresse

Bodensee-News BN
CH-8594 Güttingen
info@bodensee-news.ch

Impressum
Datenschutz