Bilanz 2025 der Seepolizei

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Bilanz 2025 der Seepolizei

TZ Bilanz Bodensee 2025Die Taucher der Seepolizei Thurgau wurden 2025 zu 20 Einsätzen aufgeboten. Im Bild: Ein Polizeitaucher trifft Vorbereitungen für die Bergung der Gin-Kugel. Bild: Kapo TG

14.03.2026 - Thurgauer ZeitungHans Suter
TZ Hans Suter


Der Bodensee ist schön – und gefährlich. Das bestätigt die Statistik 2025 der Seepolizei der Kantonspolizei Thurgau. Die Zahl der Seenotfälle ist von 84 auf 94 gestiegen, jene der Unfälle von 23 auf 22 gesunken. Dennoch: Es war eine durchschnittliche Wassersportsaison.

Der Bodensee strahlt eine beschauliche Ruhe aus, ist aber ein gefährliches Gewässer. Insbesondere plötzlich auftretender Föhn kann Wassersportlerinnen und Wassersportler trotz Unwetterwarnung überraschen und in Seenot bringen. Das bestätigt die Statistik der Seepolizei.

Im Jahr 2025 rückten die Seepolizei und die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) Arbon insgesamt 17-mal (2024:18) im Sturmwarndienst aus, wie die Seepolizei der Thurgauer Kantonspolizei mitteilt. Die Zahl der Seenotfälle ist von 84 auf 94 gestiegen. Dabei konnten 174 Personen gerettet werden, die das Ufer nicht mehr aus eigener Kraft erreicht hätten.

Vier Personen bei Unfällen umgekommen

In den Thurgauer Gewässern sowie dem Thurgauer Bereich des Bodensees und Rheins wurden vergangenes Jahr 22 Unfälle registriert, einer weniger als 2024. Die Zahl der Schiffsunfälle stieg leicht von 14 auf 15 Ereignisse. Bei den Unfällen kamen vier Personen ums Leben, fünf wurden verletzt. Zudem musste die Polizei zu fünf Badeunfällen ausrücken. Tauchunfälle wurden indes keine registriert. Die Kantonspolizei Thurgau musste ausserdem zwei «sonstige Unfälle» bearbeiten, bei denen eine Person gestorben und eine weitere verletzt worden ist. Beim Todesfall handelt es sich um eine Person, die aus einem Bach in Schlatt geborgen wurde.

Insgesamt spricht die Seepolizei von einer durchschnittlichen Wassersportsaison. Als Gründe vermutet sie unter anderem die wenig wassersportfreundlichen Wetterverhältnisse in der ersten Jahreshälfte sowie das Ausbleiben aussergewöhnlich starker Sturmereignisse.

Polizeitaucher leisteten insgesamt 20 Einsatze

Wie der Statistik für 2025 der Seepolizei zu entnehmen ist, wurde im Zuständigkeitsbereich der Kantonspolizei Thurgau lediglich ein Schiffsbrand registriert. Die Anzahl der geborgenen Schiffe ist hingegen auf 86 gestiegen, während die Anzahl der geborgenen Gegenstände von 14 auf neun gesunken ist.

Bei den Leichenbergungen handelt es sich um die Opfer von Unfallereignissen, teilweise mit Verdacht auf Suizid. Die Thurgauer Polizeitaucher leisteten insgesamt 20 Einsätze, zwei davon ausserkantonal im Auftrag von Tauchen Ostpol.

Die Seeölwehrstützpunkte Romanshorn und Steckborn rückten fünfmal zu Schadensereignissen aus. Der kantonale Ölwehrstützpunkt Kreuzlingen sowie der Seeölwehrstützpunkt Kreuzlingen kamen vergangenes Jahr nie zum Einsatz. Der Schiffsbestand ist im Thurgau von 7753 auf 7603 Schiffe gesunken.

2640 Kontrollstunden durchgeführt

Die Einsatzkräfte der Kantonspolizei leisteten 2640 Kontrollstunden auf Thurgauer Gewässern. Zwei international koordinierte Grosskontrollen galten der Überprüfung von Schiffsführerinnen und -führern auf ihre Fahrberechtigung und -tauglichkeit sowie der Fahndung nach polizeilich gesuchten Personen. Die Anzeigen wegen Missachtung von Schifffahrts- und Fischereivorschriften sanken gegenüber dem Vorjahr von 99 auf 45 Tatbestände. Insgesamt wurden 360 Schiffe einer polizeilichen Kontrolle unterzogen.

Bei vier Geschwindigkeitskontrollaktionen auf dem Bodensee und den Flussstrecken wurden 82 Schiffe gemessen. Dabei wurden keine Geschwindigkeitsübertretungen festgestellt.

2025 wurden der Kantonspolizei Thurgau zwei Diebstähle von Schiffsmotoren gemeldet, im Vorjahr waren es vier. Dieses nach den Worten der Seepolizei «immer noch tiefe Niveau» wird auf die vermehrte Polizeipräsenz in Hafengeländen und auf Trockenplätzen sowie auf die national und international koordinierten Fahndungsmassnahmen im Bereich der Bootskriminalität zurückgeführt.

International: 82 Unfälle mit Motorbooten

International ist das Jahr 2025 durchschnittlich verlaufen. Die Auswertung der Unfallstatistik durch die Leiter der See-, Wasser- und Wasserschutzpolizeien aus Lindau, Vorarlberg, St. Gallen, Thurgau, Schaffhausen und Baden-Württemberg (Konstanz, Überlingen und Friedrichshafen) zeigt: Die Gesamtunfallzahl ist insgesamt gesunken, die Zahl der Schiffsunfälle leicht gestiegen und jene der tödlichen Unfälle gesunken. 479 Personen konnten aus Seenot gerettet werden.

Die Schadenssumme aus Schiffsunfällen und sonstigen Unfällen belief sich im Jahr 2025 auf insgesamt knapp 2,3 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es rund 500’000 Euro. Die Ursache für die enorme Abweichung ist die hohe Schadenssumme eines Unfalls im Schiffsbetrieb durch einen Kranunfall.

An den 183 registrierten Unfällen war die Schifffahrt mit 146 Unfällen oder 85 Prozent beteiligt. Davon ereigneten sich 52 Unfälle in Häfen und an Steganlagen, 43 in der 300-Meter-Uferzone, 39 auf dem offenen See sowie zwölf Unfälle auf Fliessgewässern (Alter Rhein, Seerhein und Hochrhein). An den Schiffsunfällen waren 82 Motorboote, 71 Segelboote, elf Ruderboote und zehn gewerbliche Schiffe beteiligt.

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BN/IBN - 04.03.2026 - Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
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